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Renaturierungsmaßnamen in Unterweikertshofen, Aufnahme 2001.
Flutwehr mit Heuwegbrücke bei Petershausen.<br>Die historische Aufnahme von 1924 zeigt ganz deutlich das künstlich bei der Regulierung angelegte Flussbett der Glonn. Die Ufer sind sehr steil und künstlich befestigt. Die Flusssohle wurde tiefer gelegt.

Flüsse und Bäche wurden am Anfang dieses Jahrhunderts begradigt und verbaut, die Glonn in den Jahren 1919 bis 1924. Als Folge dieser "Correction" tieften sich die Gewässer ein. Die Wechselbeziehung zwischen Fluss und Uferlandschaft wurde vermindert. Das ökologische Gleichgewicht wurde gestört und die Leistungsfähigkeit des Ökosystems auch hinsichtlich der Selbstreinigung beeinträchtigt. Der Aufstau setzt die Fließgeschwindigkeit erheblich herab und vermindert weitgehend den Geschiebetransport.

Wird ein Fluss nicht nur begradigt, sondern dazu in ein Betonbett gelegt, fehlt jegliche Möglichkeit zum Pflanzenwachstum; also können auch keine Tiere in ihm leben. Der Fluss wird somit zu einer toten "Wasserleitung" ohne Lebensräume und ohne Möglichkeit zur Selbstreinigung. Außerdem wird er so zu einer Falle für ins Wasser geratene Tiere, z. B. Rehe, die ertrinken!

Dies trifft für das Flussbett der Glonn nicht zu, jedoch für zahlreiche kleine Bäche und Bächlein, die teilweise ganz verrohrt sind! Sie sind von ihrer natürlichen Umgebung völlig abgeschnitten und bieten keinerlei Lebensraum mehr.

Dies macht deutlich, wie überaus wichtig es ist, dass, wenn ein Fluss verlegt wird, darauf geachtet werden soll, ihm trotzdem einen "natürlichen" Lauf zu gewähren.

Im Zuge der Flussbegradigung werden häufig bachbegleitende Gehölze abgeholzt. Fehlen Bäume und Sträucher, ist die Lichteinwirkung auf den Fluss wesentlich stärker. Das Licht ermöglicht den Pflanzen ein wesentlich stärkeres Wachstum, unterstützt wird dies durch die stärkere Erwärmung des Wassers. Diese Erwärmung hat auch eine Abnahme des Sauerstoffs zur Folge, da Wasser immer weniger Sauerstoff aufnehmen kann. Außerdem kann Schmutz und Dünger nicht zurückgehalten werden. Natürlich fehlen mit den Bäumen und Sträuchern am Wasser wichtige Lebensräume für viele Tierarten.